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In der Schwangerschaft kommt es häufig zu einer Umstellung des
mütterlichen Stoffwechsels mit gestörter Glucosetoleranz. Diese Veränderung (Gestationsdiabetes,
GDM) führt zu erheblichen Komplikationen bei Mutter und Kind. Schwangere Frauen haben
dabei ein erhöhtes Risiko für Harnwegsinfekte, Bluthochdruck sowie Präeklamsie/Eklampsie.
Bei den Kindern beobachtet man meist eine gestörte Gewichtsentwicklung, Frühgeburtlichkeit
sowie Anpassungsprobleme und Atemnotsyndrom nach der Geburt. Unbehandelte schwere Fälle
können zu intrauterinem Fruchttod (IUFT) führen. Etwa 30% aller IUFT treten als Folge
eines unerkannten GDM auf. Bei erkanntem und behandeltem GDM gleicht sich das Risiko für
Mutter und Kind dem stoffwechselgesunder Frauen an.
Die Häufigkeit von GDM wird auf 3-5% aller Schwangerschaften geschätzt, jedoch werden nur
etwa 10% davon erkannt.
Entsprechend den Empfehlungen einschlägiger Fachgesellschaften wird in unserer Ordination
bei jeder schwangeren Frau zwischen der 24. und 28. SSW ein oraler Glucosetoleranztest (OGTT)
durchgeführt, bei Hochrisikopatientinnen bereits früher.
Bei diesem Test wird nach Bestimmung des Nüchternblutzuckers eine konzentrierte
Zuckerlösung rasch getrunken, anschließend nach 1 und 2 Stunden nochmals der Blutzucker
bestimmt. Bei Überschreiten der Grenzwerte kann eine entsprechende Diätberatung oder eine
Insulintherapie eingeleitet werden.
Durch unser Vorgehen soll die Häufigkeit unerkannter Fälle von Gestationsdiabetes mit den
damit verbundenen Komplikationen für Mutter und Kind deutlich gesenkt werden. |